Zeitungsartikel der Schule an der Ems



„Schule an der Ems“ betreibt einen naturnahen Lernort

Gartenbau statt Grammatik

Greven - Die Rote Beete entwickelt sich schon prächtig, genau wie Mangold und Salat. Die Möhren hingegen haben noch etwas nachzuholen. Heute werden die Hochbeete bepflanzt, unter anderem mit Gurken und Tomaten, die mögen die Wärme und sind daher etwas später im Jahr dran. Nebenan sollen heute die Bohnen in die Erde. Doch noch wuchert in dem Beet das Unkraut. Also greifen Justin, Florian, Mohammed und Pascal zu den Geräten und legen los. Von Oliver Hengst


Gartenbau statt Grammatik Justin, Florian, Mohammed und Pascal bereiten ein Beet vor. Im Hintergrund ist das Schusterhaus zu sehen, das als außerschulischer Lernort dient. Foto: Oliver Hengst

Besser als Mathe und Deutsch? „Ja, klar“, sagen sie. „Hier lernt man was“, meint Pascal. Wenn er später mal eigenes Gemüse anbauen wolle, wisse er, wie das geht, erläutert der Schüler und schiebt Unkraut zu einem Haufen zusammen. Die Mitschüler glätten die Fläche und ziehen saubere Reihen. Ruckzuck ist die Fläche präpariert. „Man lernt mit den Geräten umzugehen“, sagen sie.

Die Schüler der „Schule an der Ems“ haben seit kurzem ein besonders Klassenzimmer zur Verfügung. Für Schüler, „die eine andere Begleitung brauchen, um sich zu stabilisieren“, sagt Schulleiter Volker Knapheide . „Die aber auch ihre Stärken haben, die versuchen wir hier aufzunehmen.“ Hier – damit ist das Projekt „ZeiTraum“ gemeint. Nach zwei Stunden regulärem Unterrichts wechseln jene fünf Schüler, die Teil dieses Projekts sind, rüber zum Schusterhaus. Ein Gartenhaus, das der Schule zur Nutzung überlassen wurde, nur drei Minuten Fußweg vom Schulhof entfernt. „Das haben die Schüler mitgestaltet“, sagt Knapheide und meint damit das zur Werkstatt umfunktionierte Haus, aber auch den angrenzenden Garten, der als naturnaher Lernort dient.

Die Gruppe wird pädagogisch intensiv begleitet und natürlich auch fachlich. Glenn Vogt von der „Gemüse Ackerdemie“ hilft den Schülern, leitet sie an, gibt manchen wertvollen Tipp. „Was wir hier anbauen, sollte pflegeleicht sein“, sagt er. Der Verein kooperiert mit Schulen und Kitas, erreicht in diesem Jahr rund 17 000 Jungen und Mädchen, einige davon auch in Greven. „Wir bieten auch Fortbildungen für Lehrkräfte an. Ziel ist es, die Schulen zu befähigen, das irgendwann alleine zu machen“, erläutert Vogt.

Yasim Hallal, Heilerziehungspflegerin an der Schule, kann jede Menge positiver Aspekte aufzählen, vor allem diesen: „Das Erfolgserlebnis ist sehr motivierend für die Schüler.“ Sie sehen, dass ihre Arbeit Früchte trägt, im direkten und im übertragenen Sinn. Das stärke das Selbstvertrauen. Man müsse die Kinder und Jugendlichen (die Gruppe setzt sich aus Schülern der Klassen 5 bis 10 zusammen) abholen, wo sie sind. „Die Motivation und das Interesse sind da.“ Das geerntete Gemüse soll demnächst im schuleigenen „ZeiTraum-Store“ zum Verkauf angeboten werden. Die Gründung einer Schülerfirma soll dem Ziel dienen, dass sich das Projekt mal selbst trägt.

Auch Lehrerin Laura Antosch begleitet das Projekt. „Die Schüler arbeiten gut zusammen“, hat sie beobachtet. Der bisweilen große Altersunterschied sei nicht immer, aber manchmal auch ein Vorteil. Die älteren könnten die jüngeren anleiten. „Sie unterstützen sich gegenseitig.“ Die ersten Erfahrungen motivieren die ganze Schule, das Projekt fortzuführen. „Es ist angelegt als Projekt, das die nächsten Jahre andauert“, sagt Laura Antosch. Die einzelnen Schüler bleiben jedoch maximal sechs Monate dabei.“

Weitere pädagogische Fachkräfte begleiten das Projekt. Auch weil sie wissen, dass manche ihrer Schüler mit „normalem“ Unterricht kaum zu erreichen sind. Im und rund um das Schusterhaus kommen dennoch schulische Inhalte zum Tragen. „Die Schüler messen und berechnen zum Beispiel Flächen“, sagt Knapheide. Am Schusterhaus gab und gibt es auch jede Menge handwerkliche Arbeiten zu erledigen – eine prima Gelegenheit, jenen Jugendlichen, die dafür offen sind, ganz lebenspraktische Fähigkeiten zu vermitteln. Das gleiche gilt für das Thema Hauswirtschaft und Kochen. Denn wo Gemüse geerntet wird, muss es natürlich auch verarbeitet werden.

► Um Sanierungsarbeiten am Schusterhaus finanzieren zu können hofft die Schule an der Ems auf ein gutes Abschneiden bei der „SpendenWahl“ der Sparda-Bank. Dort könnten im besten Fall bis zu 6000 Euro herausspringen. Bis zum 6. Juni (18 Uhr) kann auf www.spardaspendenwahl.de abgestimmt werden. Der Link zum Voting ist auch über die Schulhomepage (www.schule-an-der-ems.de) erreichbar.



Volker Knapheide leitet als Erblindeter die Schule an der Ems

Der Chef sieht nichts

Der Chef sieht nichts Volker Knapheide wendet die Augen dahin, wo der Fotoapparat klickt. Der Leiter der Schule an der Ems ist durch eine Krankheit erblindet.

Greven - „Würden Sie mir wohl einen Kaffee eingießen?“ Volker Knapheide sitzt im Chef-Büro der Grevener Schule an der Ems und bittet den Besucher um einen kleinen Gefallen, „ich sehe das nicht.“

Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Knapheides grau-blaue Augen sind blind. Der 46-jährige neue Leiter der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung ertastet seine Tasse, trinkt den Kaffee schwarz. „Fenster, Tisch, Licht kann ich wahrnehmen“, sagt er, „aber mehr nicht.“ Aufgewachsen ist Knapheide in Laggenbeck. Als Jugendlicher war er Leichtathlet und fuhr Fahrrad. Er war kurzsichtig und nachtblind. Wenn seine Kumpel im Dunkeln auf Juck gingen, nahmen sie ihn auf dem Tandem mit. Aber er wusste, dass er an einer Erbkrankheit litt. Retinitis pigmentosa, die Kraft der Sehsinneszellen lässt dabei immer mehr nach. Sein jüngerer Bruder leidet daran, ein Cousin auch. „In meiner Erinnerung“, sagt er, „gibt es keinen Moment, an dem mir das nicht bewusst war.“

Erste Stelle in Köln
Seine Eltern gingen offen mit der Krankheit um, sie dachten praktisch. „Ich habe einen Schreibmaschinenkurs gemacht“, lacht Knap­heide und zieht sein iPad aus der Aktentasche. Im Zehn-Fingersystem tippt er Notizen. Eine scheppernde Frauenstimme liest Briefe und Mails vor. Unnatürlich schnell klingt das. Studiert hat Knapheide Sonderpädagogik in Dortmund. Da konnte er noch genug sehen, um alleine Bahn zu fahren. Seine erste Stelle trat er in Köln an einer Förderschule an. Und hier traf er einen blinden Kollegen, der ihn in seine Geheimnisse einweihte: Die digitalen Hilfsmittel, damals erst in der Entwicklung und sehr teuer. Außerdem die Möglichkeit, eine Arbeitsassistenz zu bekommen. Sein Assistent ist Siegfried Terzenbach . 20 Stunden pro Woche hilft er Knapheide bei den Dingen, für die man sehen muss. Er fährt ihn zu Außentermine, führt in Gesprächen Notizen. „Das ist sehr hilfreich“, sagt der Schulleiter. Terzenbach ist der stille Mann im Hintergrund.

Brailleschrift hat Knapheide nie gelernt
Als Kind hat Knapheide kurz die Iris-Förderschule für Sehbehinderte in Münster besucht. „Aber das war nichts für mich“, sagt er. Trotz seiner damaligen Sehschwäche schlug er sich durch das normale Schulsystem. Ein Fall gelebter Inklusion. „Manchmal“, erinnert er sich, „wurde Texte für mich vergrößert oder ich bekam mehr Zeit bei den Klassenarbeiten.“ Seine Mitschüler nahmen ihn wie er war: „Ich konnte am normalen Leben teilnehmen.“ Die Brailleschrift für Blinde hat Knapheide nie gelernt. „Manche empfehlen mir, das noch zu machen“, sagt er, „weil man dann besser lesen könnte.“ Andererseits lesen heute Handys und Tablets fast alles, womit man sie füttert. Immerhin, demnächst beginnt der Schulleiter einen Kurs mit dem Langstock. Er will sich orientieren lernen, um zum Beispiel mit dem Bus nach Greven fahren zu können: „Die Verbindung ist super.“ Knapheide hat drei Kinder. Mit seiner Frau, einer Bonnerin, lebt er in Saerbeck. „Regelmäßig jogge ich da“, sagt der begeisterte Sportler, „meine Tochter fährt auf dem Rad nebenher. Auf den Wegen kommt ja selten ein Auto.“

Schulmotto von Aristoteles
Seit es die Schule an der Ems gibt, war Knapheide stellvertretender Schulleiter. Als seine Vorgängerin Renate Tanner pensioniert wurde, warf er seinen Hut in den Bewerbungs-Ring. Er wurde zum Assessment-Center geladen, zwei Tage Test in einem Tagungshotel mit anderen Bewerbern. Er bestand mit Bravour. Jetzt ist er der Chef eines 25-Mitarbeiter-Teams. Er kann sich auf seine Leute verlassen. Dass er blind ist, bedeutet für manchen eine Umstellung. Aber Schulsekretärin Hildegard Heitmann sagt auch: „Es ist eine Bereicherung.“ Besuch in einer Schulklasse. Die Kids sind laut und unruhig. Der Schulleiter bliebt gelassen: „Sie begegnen mir sehr respektvoll und wertschätzend. Und sie haben viele Fragen.“ Vielleicht vertrauen ihm die Schüler, weil er zeigt, wie man mit Handicap Erfolg haben kann. Man müsse daran arbeiten, sagt er, verborgene Talente zu fördern. Das Schulmotto stammt von Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern. Aber die Segel anders setzen.“ Manchmal haben die Schüler natürlich auch den Schalk im Nacken sitzen. Dann vergessen sie mal, dass ihr Chef blind ist. „Herr Knapheide“, raunt ein Mädchen aus dem Hintergrund, „Sie haben da Kreide am Rücken.“

Der Abschied von der Schulbühne

Greven - Die Turnhalle der Schule an der Ems erstrahlt am Mittwoch in einem ganz besonderen Licht – festlich geschmückt für die Verabschiedung der Schulleiterin Renate Tanner.

Beim Betreten der Festhalle werden in einer Fotopräsentation Impressionen ihrer Laufbahn dargestellt. Nach der Begrüßung durch Konrektor Volker Knapheide beginnt ein buntes Programm mit musikalischen Aufführungen aus der Schülerschaft.

Manfred Kleve, Leiter der Peter-Pan-Förderschule, hebt auf die gemeinsame Zeit und die rasante Entwicklung im Förderschulbereich ab. Hier, so Kleve, werde schnell klar, dass Sonderpädagogik und Inklusion keinen Widerspruch darstellen. Das Konzept des Kreises Steinfurt sei hervorzuheben: Hier hätten die Schulleitungen der Förderschulen immer wertschätzend und professionell zusammengearbeitet.

Abschied

Der Kreis-Sozialdezernent Tilmann Fuchs dankte Tanner ebenfalls für ihr Engagement. Sie habe es geschafft, die Schule an der Ems in drei Jahren als Schulleiterin zu einer tollen Bildungseinrichtung zu machen. Er macht deutlich, wie wichtig Partizipation im Kontext Schule sei. Die Kooperation zwischen dem Kreis als Schulträger und der Schule an der Ems habe immer reibungslos funktioniert. Besonders begeistert ist er von den musikalischen Auftritten.

Die Schulamtsdirektorin für Förderschulen des Kreises Steinfurt, Rosalia Abbenhaus, berichtet über Renate Tanners berufliche Laufbahn – und stellt fest: Die beiden hatten viele gemeinsame Wirkungsstätten, arbeiteten aber nie gemeinsam an einer Schule – trotzdem verbinde sie viel. Die längste Zeit war Renate Tanner an der Astrid-Lindgren-Schule in Lengerich tätig. Dort wurde sie 2009 auch Schulleiterin.

Abbenhaus brachte ein Astrid-Lindgren-Zitat: „Erziehung muss Liebe zum Ziel haben.“ So habe sie auch die Haltung Renate Tanners erlebt. Mit welchem Engagement, aber auch mit welcher Qualität die Schulentwicklung der Schule an der Ems verlaufen sei, das sei nicht zuletzt Tanners Verdienst. Den Schülerinnen und Schülern sei ein motivierendes Lernumfeld geschaffen worden. Abbenhaus, auch offizielle Vertreterin der Bezirksregierung Münster, überreicht die Ruhestand-Urkunde.

Ruhestand

Ines Ackermann, Schulleiterin der Anne-Frank-Realschule, spricht als Vertreterin der Grevener Schulen: Sie bringt ihren Respekt und ihre Freude zum Ausdruck, dass die Schule an der Ems sich mit ihrer Expertise um Schülerinnen und Schüler kümmert, die besondere Angebote benötigen. Die Kooperation mit Renate Tanner sei von Beginn an angenehm und offen gewesen.

Auch die Schulsprecherin Monique Langer bedankt sich bei ihrer Schulleiterin: Sie freue sich über die vielen Angebote wie Kanufahren, Schulfeste und Projektwochen.

Konrektor Knapheide berichtet über die gemeinsame Zeit des Schulleitungsteams: Seit 2006 arbeiteten sie nun bereits zusammen. Er habe viel von ihr gelernt, insbesondere den offenen Umgang mit Menschen. Eine Stärke von Renate Tanner sei es gewesen, vorurteilsfrei auf die Menschen zuzugehen. Sie akzeptierte jeden so wie er ist. Sie habe stets die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen gestellt. Knapheide verspricht, das Kollegium werde die Schule in ihrem Sinne weiterführen.

Auch die Elternpflegschaft würdigt den engagierten Einsatz Tanners und wünscht ihr für die Zukunft nur das Beste.

Zuletzt verabschiedete sich das Kollegium der Schule an der Ems von seiner Chefin – mit guten Wünschen für die Zeit nach der Schule. Die scheidende Rektorin kann sich jetzt auf eine Fahrt mit einem Heißluftballon freuen.

Und blickt auf ein erlebnisreiches Berufsleben zurück. Von dem furiosen Fest zeigt sie sich sehr gerührt. Sie bedankt sich für die tolle Zusammenarbeit mit Kollegium, Partnern, Schulträger und den anderen Grevener Schulen, von deren Kooperationsbereitschaft sie begeistert war.

Besonders aber hebt sie die Zusammenarbeit der Förderschulen im Kreis Steinfurt hervor: „Hier haben wir immer gute Lösungen im Sinne der Schülerinnen und Schüler gefunden.“

Sie blicke mit Wehmut auf ihre Arbeitszeit zurück – aber auch mit Vorfreude auf das, was jetzt kommt. Besonders die Zusammenarbeit mit ihrem Stellvertreter Volker Knapheide war immer ganz besonders vertrauensvoll. Renate Tanner verabschiedet sich von der Schulbühne und macht sich nun auf auf neue Wege, schließt die Pressemitteilung.

verdient

Schulfest für alle Schüler: „Das haben sie sich verdient“

Greven - Seit drei Jahren gibt es die Schule an der Ems: Eine noch junge Einrichtung, die am Samstag zum zweiten Mal zum jährlichen Fest für Schüler, Eltern und Verwandte auf den Schulhof einlud.

Über drei Stunden bot laut Schulleiterin Renate Tanner – die nach diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet und von Volker Knapheide abgelöst werden soll – „alles für die Jungen und Mädchen.“ Im Vordergrund bei sechs verschiedenen Stationen sowie dem Kuchenbasar standen die Schüler selber: „Das ist ein Fest für unsere Schüler. Das haben sie sich nach einem Jahr Unterricht wohl verdient.“ Abgerundet wurde das Programm durch einen Grillstand – dort sowie am Kuchenbasar halfen vor allem die Eltern mit. Zur großen Freude der Schulleiterin: „Das macht unsere Schule aus. Das gemeinsame Helfen und Unterstützen.“

Unterstützt wurde die Schule an diesem Tag auch durch die Grevener Abenteuerkiste, welche die Stationen aufgebaut hatte und betreute: Hüpfburgen, Torwandschießen, Dosen werfen oder hoch hinaus beim Getränkekisten stapeln – dies alles war möglich.

Der erste Abschlussjahrgang

Für Renate Tanner ist es ein doppelter Abschluss. Zum ersten Mal kann die Leiterin der Förderschule an der Ems in diesem Jahr einen 10er-Jahrgang verabschieden. Und dann geht sie gleich selbst: Mit 64 Jahren hat sie vor dem Ruhestand ihre Schulmission erfüllt.
Von Günter Benning

Tanner und der stellvertretende Schulleiter Volker Knapheide stehen vor der Schule. Hier entsteht gerade ein Schulteich. Fünf Jungs helfen dem Teichbauer mit. Für normale Schulverhältnisse reden sie ziemlich laut. Plötzlich fliegt ein Stein, der Ton ist rau, die jugendlichen Bauhelfer protzen. Aus dem Fenster des Kindergartens nebenan schauen Krabbelkinder zu. Manchmal gibt es wegen der Lautstärke der Förderschule auch Beschwerden von den Nachbarn.

Die Schule hat es mit emotional schwierigen Schülern zu tun. Zu 80 Prozent, sagt Volker Knapheide, gebe es einen psychiatrischen Hintergrund. Was allerdings heute nicht ungewöhnlich ist, da schwierige Jugendliche schnell der Psychiatrie vorgestellt werden. Das Motto der Schule, so Knapheide: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Das habe die Schule in den ersten Jahren auch gemacht. Die Bausteine des Trainings: Bedürfnisaufschub, Frustrationstoleranz und Selbstkontrolle. Renate Tanner: „Wir wollen die Schüler in ihrem Verhalten stärken.“ In diesem Jahr entlässt die Schule zum ersten Mal eine volle Klasse zehn.

Einige Schüler erhalten den normalen Hauptschulabschluss, einige einen Förderschulabschluss. Alle wissen bereits jetzt, was nach der Schule kommt. Ein Jugendlicher zum Beispiel wird eine Lackierer-Lehre machen können.

Die Schüler werden sehr langfristig an das Berufsleben herangeführt. Zur Ausbildung gehört ein Ganzjahrespraktikum, bei dem sie an einem Tag in der Woche im Betrieb sind. „Es war gar nicht so schwer, Betriebe zu finden“, freut sich Renate Tanner. Zu dem Langzeitpraktikum kommt noch ein dreiwöchiges Betriebspraktikum hinzu. Das Feedback von den Schülern sei dabei sehr gut, sagt Volker Knap­heide.

Die Schule an der Ems muss kontinuierlich Schüler aufnehmen. Immer dann, wenn sie an derer Schulen auffallen, dort aus dem Unterricht genommen werden. Das ist eine Herausforderung. Gerade bereitet man ein Projekt vor, bei dem wenig „schulfähige“ Schule langsam an Schule herangeführt werden. ZeiTraum heißt es – das muss man mal mit einem großen T in der Mitte stehen lassen.

In einem ehemaligen Schusterhaus mit Garten in der Nachbarschaft werden die Schüler handwerklich arbeiten und sozialpädagogisch betreut werden. Renate Tanner: „Wir haben ein tolles Potenzial bei unseren Schülern.“ Man muss es nur fördern.


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Volksbank unterstützt Projekt der Schule an der Ems

Seit 2015 hat die „Schule an der Ems“, eine Förderschule des Kreises Steinfurt mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung, den Schulbetrieb an der Lindenstraße aufgenommen.
Lernziele der Schule sind u.a. die Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstdisziplin, berichtet Schulleiterin Renate Tanner, und hier setzt das von der Volksbank Greven geförderte Projekt an. Privatkundenberater Detlef Beutner besuchte die kleine Schülergruppe um die Sozialpädagogin, Eva Pelgrim, auf der Reitanlage Wortmann in Guntrup.
Betreut wird die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd von Andrea Termathe, einer erfahrenen Reit- und Voltegierpädagogin.
Innerhalb des gebundenen Ganztags ist das Projekt für

Volksbank unterstützt Projekt der Schule an der Ems

die 5./6. Klasse mit insgesamt 14 Schülern angelegt und wird von den Schülern begeistert aufgenommen. Basis ist das Heilpädagogische Voltegieren, erweitert durch praktische Erfahrungen rund ums Pferd, Theorie und erlebnispädagogische Angebote. Durch das Heilpädagogische Reiten und Voltegieren wird ein Entwicklungsprozess in Gang gesetzt, der Selbständigkeit, Selbstbewusstsein, Körperbewusstsein und motorische Koordination sowie Bereitschaft zu sozialen Verhalten zum Ziel hat und somit genau zum Schulkonzept passt.
24.10.2016
Bild: Volksbank-Privatkundenberater Detlef Beutner und Schulleiterin Renate Tanner (2.v.r.) besuchten die Schülergruppe um Eva Pelgrim (l) und Reit- und Voltegierpädagogin Andrea Termathe (2.v.l.)

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Schule an der Ems „Heute feiern wir uns“

Schüler der Trommel-AG eröffneten das Fest, bei dem viele Attraktionen auf die Besucher warteten. Foto: Schule an der Ems
Greven – 06.10.2016
Die „Schule an der Ems“ hat ihre Projektwoche mit einem abwechslungsreichen Schulfest beendet – Delfin-Rodeo inklusive.
Als die Kollegen der Förderschule „Schule an der Ems“ beim Aufbau für das Schulfest noch skeptisch in den Himmel schauten, ahnte niemand, dass der Wettergott der Schulgemeinde später so wohlgesonnen sein würde. Pünktlich um 12 Uhr eröffneten vier Schüler der Trommel-AG von Jutta Hedder das Fest.
Bei sonnigen Herbstwetter hob Schulleiterin Renate Tanner in ihrer Eröffnungsrede darauf ab, dass es Zeit werde, die nun seit über einem Jahr bestehende Schule gebührend zu feiern: „Das habt ihr euch, liebe Schülerinnen und Schüler und wir alle zusammen wirklich verdient.“
Lukas sang danach den Hit von Adel Tawil „Ich will nur, dass du weißt“ und brachte zusammen mit dem rappenden Schüler Sean alle Besucher in die richtige Stimmung für das Fest. Die beiden imponierten durch ihren mutigen Auftritt. Bei Würstchen, Pommes, Cocktails und abwechslungsreichem Kuchenbuffet genossen alle den Tag. Im weiteren Verlauf heizte das Rapperduo „Sking“ mit seinem Auftritt ordentlich ein. Der Angelverein Greven informierte über hiesige Fische in der Ems und lockte die Schüler mit „Angel-Zielwerfen“.
Die Ergebnisse der Projektwoche in Form eines 3D-Modells der Ems, von Deko für die Schule, Cocktails, Fotos der Kanuaktion und vielem mehr konnten die Besucher bewundern. Ein Delfin-Rodeo und der „Space-Jumper“ waren attraktive Spielgeräte für die Kinder und Jugendlichen.
Gekrönt wurde die stimmungsvolle Veranstaltung durch die Ausschüttung der Tombolapreise, die viele Grevener Betriebe zur Verfügung gestellt hatten.

Lernziel Selbstbewusstsein

Die Chefs: Schulleiterin Renate Tanner und Konrektor Volker Knapheide mit ihren Schülern. Die Schule will in den nächsten Tagen auch die Nachbarn einladen, um sich bekannt zu machen. Foto: Monika Gerharz
Greven – 17.08.2015
Die Förderschule für Lernen und Sprache hat geschlossen, aber zum Schuljahresbeginn ist in das Gebäude an der Lindenstraße eine neue Schule eingezogen: In der Förderschule für Emotionale und Soziale Entwicklung lernen Schüler Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstdisziplin.
Von Monika Gerharz
„Wer kennt die erste Schulregel?“ 50 Schüler, wohl 90 Prozent davon Jungs, überlegen, dann geht ein Dutzend Finger in die Höhe. „Es gibt keine Gewalt und keine Gewaltandrohung!“ Renate Tanner, die Schulleiterin, nickt bei der ersten kleinen „Schulkonferenz“ am dritten Tag nach den Ferien zufrieden, und Konrektor Volker Knapheide meint zuversichtlich: „In ein paar Wochen haben wir wieder eine Veranstaltung. Dann habt ihr die alle drauf.“
Denn Regeln sind wichtig an der neuen Grevener Förderschule, die in der alten Johannesschule ihre Räume hat, nachdem die bisherige Schule für Sprache und Lernen aufgelöst worden ist. Die Schule ist noch im Aufbau – 50 Kinder von Klasse fünf bis acht werden zur Zeit unterrichtet. „In der Klasse 5 haben wir bereits den gebundenen Ganztag“, erläutert das Schulleitungsteam. Der Schwerpunkt der Schule: Sie kümmert sich um Kinder und Jugendliche mit ganz normalen geistigen Fähigkeiten, die sich aber aus verschiedenen Gründen selbst zu sehr im Weg stehen, um an einer Regelschule Aussicht auf Lernerfolg zu haben. Extreme Zappelphilippe, Klassenclowns, Jugendliche, die manchmal von ihren Aggressionen überrollt werden, aber auch extrem schüchterne oder autistische Kinder, für die soziale Kontakte sehr problematisch sind, sollen hier gefördert werden. Ihr Selbstbewusstsein, ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstdisziplin sollen so gestärkt werden, dass sie entweder an eine Regelschule zurück wechseln können oder an der Grevener Förderschule ihren Haupt- oder Realschulabschluss schaffen.
15 Lehrkräfte und eine Sozialarbeiterin unterstützen sie dabei – unter anderem mit einem Punkte-Belohnungssystem, das ihnen im Alltag immer wieder zeigt, dass sie etwas erreicht haben und etwas erreichen können. „Diese positive Verstärkung ist ganz wichtig“, weiß Schulleiterin Tanner. Die Kinder hätten oft viel Schlimmes und Frustrierendes erlebt, seien oft abgelehnt worden. „Wir melden ihnen zurück, dass sie ganz in Ordnung sind.“
Aber auch Disziplin und Grenzen, das zeigt sich in der ersten „Versammlung“, werden eingeübt. „Wir folgen den Anweisungen der Lehrer“ und „Wir bleiben am vereinbarten Ort“, sind die weiteren Schulregeln. Und als die Schüler in der Schuljahrs-Auftaktveranstaltung zu viel kichern, bringt ein klares Wort sie schnell zur Ruhe. In einer kleinen Schule mit sehr kleinen Klassen funktioniert das leichter als an großen Einrichtungen,, und das Schulleitungsteam ist darum auch überzeugt: „Trotz aller Inklusion – wir brauchen die Förderschulen. Und viele Schüler kommen aus dem gemeinsamen Lernen auch wieder zurück.“

Dem neuen Namen verpflichtet

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Die Schüler arbeiten in dieser Woche an Themen rund ums Wasser und die Ems. Modelle, Plakate und weitere Ergebnisse werden beim Schulfest am Samstag präsentiert. Foto: oh
Greven – 29.09.2016
Die „Schule an der Ems“ hat Projektwoche, und die dreht sich ganz um den neuen Namen. Der Höhepunkt: eine Kanufahrt auf dem Fluss.
Von Oliver Hengst
Das erste Schulfest in der noch jungen Geschichte der „Schule an der Ems“ – das ist schon etwas besonderes. Und so ist in den Klassenzimmern und Fluren durchaus eine gewisse Anspannung, aber auch sehr große Vorfreude zu spüren. Eine ganze (Projekt-)Woche lang bereiten sich Lehrer und Schüler auf den großen Tag vor. Beim Schulfest am kommenden Samstag (12 bis 15 Uhr) präsentieren die Schüler ihre Ergebnisse einer interessierten Öffentlichkeit – zugleich auch eine gute Gelegenheit für Familie und Freunde, sich die vor einem Jahr neu gegründete Schule (früher Johannesschule) näher anzuschauen.
„Wir haben in der Projektwoche die Verpflichtung des Schulnamens aufgegriffen“, sagt Schulleiterin Renate Tanner, während sie vor der Tür zuschaut, wie just das Schul-Schild mit dem neuen Namen versehen wird. Schule an der Ems – klar, dass Wasser und insbesondere jenes, das in Greven die Emsrinne durchfließt, eine besondere Rolle spielt. Alle Klassen nehmen im Verlauf der Projektwoche an einer Kanufahrt auf der Ems teil, eine langfristige Kooperation mit dem Kanuverein Emsdetten ist obendrein frisch eingestielt. Mit weiteren Ausflügen zur Ems verschafften sich die aktuell rund 65 Schüler (etwa zehn kommen aus Greven) einen Eindruck von jenem Fluss, der vor ihrer Haustür entlang fließt. Plakate und ein 3D-Modell der Ems und der Landschaft, die sie durchfließt, sind dabei herausgekommen. Auch die Vorbereitung einer Tombola (maßgeblich organisiert von Albert Meißmer vom Förderverein) und die Lektüre eines Sachsenhof-Romans sind Bestandteil der Projektwoche. Cocktails und Spiele für Schüler (unter anderem Zielwerfen des Angelsportvereins Greven) runden das Angebot beim Schulfest am Samstag ab. Unter anderm dürften der „Space-Jumper“ und das „Delphin-Rodeo“ für Unterhaltung sorgen. Und kein Fest ohne Musik: im Vorgriff auf ein Hip-Hop-Projekt der Schule werden den Besuchern selbst verfasste Raps präsentiert.
Das Fest und viele weitere Aktionen im ersten Jahr der neugegründeten Förderschule sollen Identifikation schaffen und die Schulgemeinde stärken. Auch das Kollegium wächst zusammen. Kürzlich gab es etwa eine dreitätige Fortbildung zum Thema Konfliktkultur. „Wir haben uns methodisch auf den Weg gemacht, uns in diesem Bereich zu professionalisieren“, sagt Volker Knappheide, stellvertretender Schulleiter, der sich zudem über eine Kooperation mit den Wirtschaftsschulen Steinfurt freut. 21 Schüler einer Gestaltungsklasse entwickeln jeweils ein Logo für die „Schule an der Ems“, aus denen die Grevener Schule sich dann das schönste aussuchen kann.

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Bekenntnis zum Standort

Sprayer Chris Helmig (stehend links) hat mit den Kindern und Jugendlichen begonnen, den Schriftzug im Eingangsbereich anzubringen. Schulleiterin Renate Tanner und ihr Stellvertreter Volker Knapheide freuen sich über die gelungene Kooperation. Wir sind zwar eine Kreisschule, aber unser Schulstandort ist nun mal Greven. Die Ems durchfließt einen Teil unseres Einzugsgebietes. Man kann sie von hier aus sehen. Daher finden wir uns gut darin wieder“, freut sich Schulleiterin Renate Tanner über den neuen Namen, den sie nun zusammen mit ihrem Stellvertreter Volker Knap¬heide vorstellte.

Von Oliver Hengst

Eltern und Schüler hatten sich Gedanken gemacht, natürlich auch die Lehrer: Am Ende fiel die Wahl auf „Schule an der Ems“. Auf diesen Namen hört die Förderschule Greven seit dieser Woche, beschlossen und verkündet vom Kreisausschuss. Denn die Förderschule ist – anders als früher die Johannesschule – eine Kreisschule. Geändert hat sich auch der Förderschwerpunkt: statt Lernen und Sprache stehen heute Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE) im Mittelpunkt.
„Wir sind zwar eine Kreisschule, aber unser Schulstandort ist nun mal Greven. Die Ems durchfließt einen Teil unseres Einzugsgebietes. Man kann sie von hier aus sehen. Daher finden wir uns gut darin wieder“, freut sich Schulleiterin Renate Tanner über den neuen Namen, den sie nun zusammen mit ihrem Stellvertreter Volker Knap¬heide vorstellte.
Der neue Name dokumentiert den Neubeginn nun auch deutlich sichtbar nach außen. Im Rahmen eines Projekttages hat Graffiti-Künstler Chris Helmig (im Hauptberuf Sozialarbeiter) damit begonnen, gemeinsam mit den Schülern den neuen Schriftzug im Eingangsbereich des Schulgebäudes anzubringen – nebst Greven-Wappen, Emsbrücke und manchem mehr. Ein weiterer Arbeitstag direkt vor den Ferien soll das Werk vollenden.
Der Profi „malt“ die Konturen vor, die Kinder und Jugendlichen helfen beim Füllen der Flächen. „Alle sind daran beteiligt“, freut sich Tanner. „So soll es sein“, bestätigt Helmig. Graffitis zu sprayen komme bei jungen Menschen einfach gut an, egal welches Alter, egal welche Schulform. „Das ist immer ein dankbares Thema“, weiß Helmig aus Erfahrung, der der „Schule an der Ems“ im Rahmen einer Honorartätigkeit unter die Arme greift. Die ersten Entwürfe, die er vorgelegt hatte, wurden sofort dankbar aufgegriffen – auch weil sie Motive der Stadt und vor allem der Ems berücksichtigten: eine Brücke, das satte Grüne der Auen, das fließende Blau des Flusses.

Die Schulobstkampagne macht Station in der Förderschule Greven

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Die Förderschule Greven nimmt am Schulobstprojekt des Landes NRW teil.
Im Zuge dessen besuchte Frau Steer von der Schulobstkampagne die Klasse 5.
Zuerst arbeiteten die Schülerinnen und Schüler zum Thema „5 am Tag“.
Sie lernten, warum es wichtig ist, 5 Mal am Tag Obst und Gemüse zu essen, und welche Lebensmittel noch zu einer gesunden Ernährung beitragen.
Erschreckend war für alle, wie viel Zucker in einigen Fertigprodukten oder Süßigkeiten verborgen ist.
Nach diesem theoretischen Teil beteiligten sich die Kinder unter Mithilfe der Klassenlehrerin Frau Gwosdz und der Schulleiterin Frau Tanner an der Vorbereitung des gesunden Frühstücks.
Mundgerechte Stücke von Brot, Obst oder Gemüse wurden zu leckeren Frühstückspießen verarbeitet und genüsslich verspeist.
Allen war der Spaß und der Genuss an der Aktion anzusehen.